Neonazi-Partei „Der III. Weg“ plant Bundesparteitag am 19. September in Thüringen

Wie schon 2014 plant die Neonazi-Partei „Der III.Weg“ auch in diesem Jahr ihren Bundesparteitag in Thüringen auszurichten. Nach den Parteiformalien ist auch ein extrem rechtes Kulturevent zum Gedenken an den Gründer des Deutschen Reichs vorgesehen.

Weitere Aktivitäten des „III.Weg“ in Thüringen

Neonazis vom "Freien Netz Jena" bei Verteilaktionen mit "III.Weg"-Flyern im Saale-Holzland-Kreis

Neonazis vom „Freien Netz Jena“ bei Verteilaktionen mit „III.Weg“-Flyern im Saale-Holzland-Kreis

Seit der größeren Neonazi-Demonstration am 1. Mai in Saalfeld trat die Partei „Der III. Weg“ in Thüringen bislang mit Flugblattverteilungen im Umland von Jena, sowie in Saalfeld und Rudolstadt in Erscheinung. Zu Letzt fanden Verteilaktionen in Hermsdorf, Eisenberg und Stadtroda gegen Flüchtlinge statt. Insbesondere das vom mutmaßlichen NSU-Helfer Ralf Wohlleben mitbegründete „Freie Netz Jena“ rühmte sich mehrfach mit der Verteilung von Flyern der Partei und schloss eigene Texte wiederholt mit der Parole „Mit dem ‚III.Weg‘ in eine sichere Zukunft!“ ab. Auf der Seite des FN Jena, die vom Jenaer Neonazi Nico Metze mitbetrieben wird, hieß es auch, dass der „III. Weg“ ein notwendiger „Hebel“ für die Neonazi-Szene sein könne: „Werden wir nicht bald den Hebel ansetzen, der unser Volk vor der Auslöschung bewahrt, dann wird das deutsche Volk bald verloren sein“. Nach einer Wanderung im Juni veranstaltete der „Stützpunkt Thüringer Wald / Ost“ nach eigenen Angaben Ende August ein extrem rechtes Kulturwochenende mit Vorträgen und Lagerfeuerromantik. Siehe auch unser Beitrag vom Juli 2015 zum „III. Weg“ in Thüringen.

Bundesparteitag für alle „III.Weg“-Mitglieder: Treffpunkt in der Nähe von Erfurt

Bundesparteitag "Der III. Weg" am 27. September 2014 in Kirchheim / Thüringen

1. Bundesparteitag „Der III. Weg“ am 27. September 2014 in Kirchheim / Thüringen

Die Bundespartei „Der III. Weg“ mobilisiert bisher nicht öffentlich. Ihre Mitglieder und Funktionäre sollen sich am 19. September im „Großraum Thüringer Wald“ treffen. Alle „vollwertigen Mitglieder“, die bis zum 1. August ihre Beiträge bezahlt haben, seien stimmberechtigt. Ab 10 Uhr sollen auf dem ESSO Autohof „Am Erfurter Kreuz“ in Ichtershausen Schleuser von der Partei bereitstehen, um Wegbeschreibungen an Anreisende zu verteilen und Interessierte zum Veranstaltungsort zu leiten. Auch wenn die Partei sich mit genaueren Angaben zum Veranstaltungsort noch bedeckt hält und nur darüber informiert, dass auch Hotelzimmer dort zur Verfügung stehen, steht die 6 Kilometer entfernte „Erlebnisscheune“ in Kirchheim hoch im Kurs. Am Nachmittag soll eine weitere extrem rechte Kulturveranstaltung mit Musikern, Rednern sowie „Handwerkermarkt und Volkstanz“ unter den Motto „Tag der Gemeinschaft“ stattfinden. Bei den zwei „Festrednern“ handelt es sich um den früheren hessischen NPD-Landesvorsitzenden Marcel Wöll, der wegen Holocaustleugnung bereits zu einer Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt wurde und auch zur Neonazi-Szene in Gera gute Kontakte hält. In Thüringen soll er zum Thema „Bismarcks Erbe – unser Auftrag“ sprechen. Pierre Krebs, Theoretiker der Neuen Rechten und Mitgründer des „Thule-Seminar“ (Kassel) soll am selben Tag über die „Weltanschauliche Grundlagen für ein neues Reich“ referieren. Er sprach zuletzt am 18. Juli 2015 beim Treffen der „Freundeskreise Udo Voigt“ in der geschichtsrevisionistischen Gedächtnisstätte in Guthmannshausen.  Der „Tag der Gemeinschaft“ werde zu „Ehren des Reichsgründers“ Bismarck in Thüringen veranstaltet, heißt es in der internen Bewerbung. Bereits am 27. September 2014 fand in der Erlebnisscheune in Kirchheim der 1. Bundesparteitag vom „III. Weg“ statt, bei der neben Matthias Fischer (früher „Freies Netz Süd“) auch der Thüringer Liedermacher Thorsten Hering („Torstein“) auftrat. Für das vierte Quartal sind in Thüringen mehrere Neonazi-Konzerte geplant, darunter auch am 17. Oktober 2015 ein „Support the Nation“ Liederabend unter Beteiligung des „Hammerskin“-Netzwerkes mit dem Duo „Zeitnah“ um Tommy Brandau aus Gotha und der Liedermacherin „Franzi“, die der Partei „Der III. Weg“ nahesteht. In der Vergangenheit traten auch die Liedermacher Maximilian Lemke und Tobias Winter aus Kahla bei Veranstaltungen des „III. Weg“ in Thüringen auf.

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