Neonazi-Rap-Konzert in Kirchheim soll Kassen füllen – Veranstalter gehört zur Szene um Ballstädt

Wir hatten hier seit November 2015 mehrfach darauf hingewiesen, dass die extrem rechte Hausgemeinschaft Jonastal (HJ) und die Angeklagten im Ballstädt-Prozess mit teils erheblichen Erlösen aus Rechtsrock-Konzerten unterstützt werden. Am 4. Februar 2017 soll nun das nächste Neonazi-Event in Thüringen stattfinden, das als „Das erste pure N-Rap Konzert“ angekündigt wird.

Bis zu 4.000 € erwartet – IBAN-Nummer führt zur Neonazi-Szene um Ballstädt

Konzertflyer für „Rap am Kreuz" (links Version vom 3.1.2017, rechts Version 21.1.2017)

Konzertflyer für „Rap am Kreuz“ (links Version vom 3.1.2017, rechts Version 21.1.2017)

Veranstaltungsort: „Erlebnisscheune" in Kirchheim

Veranstaltungsort: „Erlebnisscheune“ in Kirchheim

Unter dem Motto „Rap am Kreuz“ sollen in der „Erlebnisscheune“ in der Gemeinde Kirchheim im Ilmkreis die Neonazi-Rapper Makss Damage, Mic Revolt und Villain 051 auftreten. Bei einer begrenzen Zahl von 200 Eintrittskarten à 20 Euro könnten  bei einem ausverkauften Konzert insgesamt 4.000 Euro zusammen kommen. Das Geld für die Karten sollen auf das Postbank-Konto des Neonazis Steffen Mäder mit der IBAN DE58100100100880313114 überwiesen werden. Mit der gleichen Kontonummer sammelte er für ein Konzert im Februar 2016 schon bis zu 5.000 Euro ein. Das Motto „Rap am Kreuz“ bezieht sich auf den Neonazi-Treffpunkt „Erlebnisscheune“, der von seinem Besitzer 2014 in „Veranstaltungszentrum Das Erfurter Kreuz“ umbenannt wurde. Das entsprechende Transparent am Gebäude schmücken in gelb auf blauem Grund zwei „Krukenkreuze“, wie sie in derselben Farbgebung von dem Holocaustleugner-Netzwerk „Europäische Aktion“ verwendet werden.

Steffen Mäder von der „Hausgemeinschaft Jonastal", deren Mitglieder inzwischen unter anderem in Ballstädt, Heringsleben, Bad Langensalza und Gotha leben

Steffen Mäder von der „Hausgemeinschaft Jonastal“, deren Mitglieder inzwischen unter anderem in Ballstädt, Heringsleben, Bad Langensalza und Gotha leben

Steffen Mäder, der Inhaber des Kontos, auf das die Eintrittsgelder überwiesen werden sollen, spielt eine wichtige Rolle in der „Hausgemeinschaft Jonastal“. Er gehörte bereits 2005 zum Vorstand des „Verein zur Brauchtumspflege Toringi“, der den extrem rechten Treffpunkt „Bierkeller“ in Gotha betrieb und Ausgangspunkt von Übergriffen war. Mäder wurde wegen Diebstahl, Landfriedensbruch und vier Fällen von gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Nach einer 30-monatigen Haftstrafe wurde Mäder im Sommer 2009 aus dem Gefängnis entlassen und erwarb zwei Jahre später zusammen mit Marco Zint für 110.000 € die Immobilie Bahnhofsstraße 25 in Crawinkel. 2012 veröffentlichte der Neonazi ein Foto, auf dem die „Hausgemeinschaft“ mit Waffen posierte und schrieb darunter „NSU Reloaded“. Bei einer Razzia wegen Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz fand man in seiner Wohnung im August 2013 mehrere Waffen, die sich später als Nachbildungen herausstellten. Nachdem die Neonazis von Crawinkel in das von Mäder und Andre Keller erworbene „Gelbe Haus“ in Ballstädt auswichen, wurde Mäder als Mitglied des österreichischen kriminellen Neonazi-Netzwerkes „Objekt 21“ wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und damit verbundener Straftaten zu drei Jahren Haft verurteilt. Früher als erwartet kam Mäder 2015 wieder auf freien Fuß und bewegt sich wieder in Thüringen. Seit dem der Ballstädt-Prozess am Landgericht Erfurt läuft gehörte Mäder immer wieder zu den Unterstützern im Besucherbereich. Zuletzt war er an dem Kauf eines Hauses in Henningsleben im Unstrut-Hainich-Kreis beteiligt, wo er mit Marco Zint und dem Rechtsrock-Musiker Rocco Boitz wohnt, der zu den Angeklagten im Ballstädt-Prozess zählt.

Mit dabei: NS-Rapper „Makss Damage“ aus Güthersloh

Links: Angeklagter im Ballstädt-Prozess, Neonazi-Musiker und Rechtsrock-Produzent Thomas Wagner, Rechts „Makss Damage“

Links: Angeklagter im Ballstädt-Prozess, Neonazi-Musiker und Rechtsrock-Produzent Thomas Wagner, Rechts „Makss Damage“

Zu den angekündigten Live Acts am 4.02.2017 in Kirchheim gehört mit „Makss Damage“ alias Julian Fritsch eines der bekanntesten Beispiele des NS-Rap. Er hatte 2011 sein erstes Album als NS-Rapper vorgelegt und jüngst die CD „2033″ veröffentlicht, die „für die endgültige Etablierung des Rechtsrap in Deutschland“ sorgen solle. Er trat in jüngster Vergangenheit ebenso bei einem unter anderem von Neonazis der „Hausgemeinschaft Jonastal“ organisierten Rechtsrock-Konzert in der Schweiz auf  als auch bei dem Rechtsrock-Open Air „Rock gegen Überfremdung“ in Kirchheim. Ein Foto bei Facebook zeigt ihn mit dem langjährig aktiven Neonazi Thomas Wagner, daneben dankt Fritsch auch „dem Engineer, der sein Mastering ständig verbessert“. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Wagner in seinem Tonstudio im „Gelben Haus“ in Ballstädt nicht nur „klassische“ Rechtsrock-Bands wie die Sonneberger „Unbeliebte Jungs“ produziert, sondern auch Rechts-Rapper wie Julian Fritsch.

Auftritt von „Makss Damage" bei Konzert „Rock gegen Überfremdung" am 20. August 2016, organisiert von der Bruderschaft „Garde 20" bzw. „Turonen"

Auftritt von „Makss Damage“ bei Konzert „Rock gegen Überfremdung“ am 20. August 2016, organisiert von der Bruderschaft „Garde 20″ bzw. „Turonen“

Auch Thüringer Neonazi will „nationalen und sozialistischen Rap“ vortragen

Musikvideo von „Mic Revolt" produziert von MediaProPatria, hier in Eisenach

Musikvideo von „Mic Revolt“ produziert von MediaProPatria, hier in Eisenach

Mit „Mic Revolt“ kündigen die Veranstalter des „Rap am Kreuz“ auch einen Rapper aus Thüringen an, der erst Ende 2016 seine CD mit dem bezeichnenden Titel „Antidemokrat“ fertig gestellt hat. Das dort enthaltene Lied „Heimweh“ wurde vor der Eisenacher Wartburg gedreht, darin heißt es: „Das ist mein lyrischer Tribut für Deutschlands schönsten Gau, die Farben meines Herzens, es schlägt rot-weiß und auch blau, ich weiß genau, hier wurd‘ ich groß, hier werd ich grau und alt, hier geht es ehrlich und direkt zu, ja hier gibt’s auch mal Gewalt. Und zwar Gewalt so wie die Fäuste unserer Jungs, wenn es hier mal Stress gibt rufen wir hier nicht die Bullen“.

Mic Revolt wirbt für erste „nationalen und sozialistischen Rap-Veranstaltung“

Mic Revolt wirbt für erste „nationalen und sozialistischen Rap-Veranstaltung“

Bereits in seinem früheren Lied „Weg des Widerstands“ beschrieb der Musiker, der darauf achtet, dass sein Gesicht nicht zu erkennen ist, ein gewaltsames Vorgehen gegen Menschen, die einen Neonazi-Aufmarsch blockierten. Darin heißt es: „Der Zug setzt sich in Bewegung, bis er das erste mal stockt. Was die Bullen sich nicht trauen, das führen wir eben selbst herbei, brechen durch und räumen auf, räumen uns selbst die Straße frei. Du siehst die Rotfront rennen, im Galopp und Dauerlauf, was ist denn los ihr Fotzen, gebt ihr etwa kampflos auf“. Formulierungen der Lieder und Sprache weisen zumindest Ähnlichkeiten mit dem Apoldaer Neonazi Michael Zeise auf, der als Sektionsleiter der mittlerweile verbotenen Weiße Wölfe Terrorcrew zuletzt in Erfurt wohnte und auch als Redner auftrat. In dem von „Mic Revolt“ ebenfalls 2016 veröffentlichten Lied „Missbrauchtes Gastrecht“ heißt es: „Kein Platz mehr für euch und eure Verwandten. Wir haben die Schnauze voll von euch und eurer Art, das war’s für euch, wir haben die Schnauze voll!“. Er trat anfangs unter dem Namen „Abaddon“ auf und erklärte bereits 2012, er wolle eine „nationale sozialistische Alternative zum multikulturellen Kanaken-Rap antideutscher Prägung“ bieten. Im Mai 2012 trat er mit dem bundesweit ersten Rap-Projekt „Sprachgesang zum Untergang“ (Projekt der Altenburger NSHC-Band „Eternal Bleeding) bei der „Hausgemeinschaft Jonastal“ (HJ) in Crawinkel auf. Ebenfalls auf der Bühne standen dort Bandmitglieder von SKD, der Band um Wagner, die in Crawinkel einen neuen Auftrittsort gefunden hatte. In einer Ankündigung auf der Facebook-Seite von „Mic Revolt“ vom 21. Januar 2017 verklausulierte er den nationalsozialistischen Charakter des geplanten Konzertes in Kirchheim mit den Worten: „Wir sehen uns zur ersten nationalen und sozialistischen Rap-Veranstaltung“.

Auftritt von „Villain 051“ – Hausdurchsuchung in Berlin

„A3stus" am 1. Mai 2015 bei einer NPD-Demonstration in Erfurt, rechts Patrick Killat

„A3stus“ am 1. Mai 2015 bei einer NPD-Demonstration in Erfurt, rechts Patrick Killat

A3stus informiert am 19. Januar 2017 auf Facebook über eine erneute RazziaAuch Patrick Killat alias „Villain 051“ aus Berlin soll bei „Rap am Kreuz“ auftreten. Er wurde vor allem durch seine Mitwirkung am Rap-Duo „A3stus“ bekannt, dessen einzige Produktion indiziert wurde. Im Mai 2015 kam es wegen des antisemitischen Liedes „Gegen die Pest“ zu Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung gegen das Duo. Zwei Wochen vor seinem Auftritt in Kirchheim wurde das Rap-Duo offenbar wieder von der Berliner Polizei aufgesucht. Auf der Facebook-Seite von „A3stus“ schrieb Killat am 19. Januar 2017: „aufgrund erneuter Hausdurchsuchungen…wegen unserer Musik… bitten wir Euch… uns (Bandmitglieder) nicht mehr über unsere Handnummern zu schreiben…“. Wenige Tage zuvor hatte er ein Ankündigungsschreiben vom Amtsgericht Tiergarten zu einem Gerichtstermin wegen Volksverhetzung veröffentlicht. Bereits Anfang 2015 verhöhnte der „Rapper“ die Opfer des Holocausts, als er bei einem Videodreh auf den Stelen des Berliner Holocaust-Denkmals tanzte.

Beteiligung der Neonazi-Bruderschaft „Garde 20″ bei der Konzertorganisation

„Garde 20" Geldspende in Erfurt wegen verstorbenen Hooligan

„Garde 20″ Geldspende in Erfurt wegen verstorbenen Hooligan

Das Kirchheimer Rechtsrap-Event reiht sich ein in eine Reihe von Konzerten, die von der extrem rechten Bruderschaft „Garde 20″ bzw. „Turonen“ seit 2014 in Kirchheim durchgeführt werden, um Spenden zur Unterstützung der Angeklagten im Ballstädt-Prozess zu sammeln. Neben Feiern im „Gelben Haus“ in Ballstädt gehört dazu auch das Konzert „Support the POWs!!!“ im Mai 2014, bei dem Gelder für den mutmaßlichen NSU-Unterstützer Ralf Wohlleben gesammelt wurden. Auch für die Durchführung der bislang dreiteiligen Konzertreihe „Rock am Kreuz“ sowie „Rock im Trutzgau“ und das Open-Air „Rock gegen Überfremdung“ ist die Gruppierung „Garde 20“ mit Wurzeln im inzwischen verbotenen „Blood&Honour“-Netzwerk verantwortlich. Funktionen bei dieser Konzertorganisation übernahmen in den letzten zwei Jahren unter anderem Steffen Richter (Saalfeld, Ballstädt), Steffen Mäder (Gotha, Heringsleben), Mario Kelch (Gotha) sowie die im Ballstädt-Prozess Angeklagten Andre Keller (Bad Langensalza) und Thomas Wagner (Ballstädt). Neben dem fränkischen Hammerskin-Aktivisten Frank Zunner, der ebenfalls immer wieder in Kirchheim Konzerte mitorganisiert, zählt die Konzerorganisation der „Bruderschaft“ aus Thüringen zu den beiden wichtigsten regelmäßigen Einnahmequellen für den Betreiber der „Erlebnisscheune“, Rainer Kutz.

links Steffen Richter mit Kutte der „Garde 20" bzw. „Turonen", in der Mitte Matthias „Matze" Melchner, Mieter der Halle für ein Großkonzert in der Schweiz, rechts Thomas Wagner Angeklagter im Ballstädt-Prozess

links Steffen Richter mit Kutte der „Garde 20″ bzw. „Turonen“, in der Mitte Matthias „Matze“ Melchner, Mieter der Halle für ein Großkonzert in der Schweiz, rechts Thomas Wagner Angeklagter im Ballstädt-Prozess

Vorliegende Fotos zeigen Steffen Richter und den im Ballstädt-Angeklagten Markus Blasche in Kutten der Bruderschaft, Blasche hat sich das Gruppenlogo an den Kopf tätowieren lassen.

Weste der Bruderschaft Garde 20 bzw. Turonen. Markus Blasche, Angeklagter im Ballstädt-Prozess

Weste der Bruderschaft Garde 20 bzw. Turonen. Markus Blasche, Angeklagter im Ballstädt-Prozess

Mitglieder dieser Bruderschaft, die sich nach Angaben des Innenministeriums im „Gelben Haus“ in Ballstädt treffen sind bereits wegen diverser Gesetzesverstöße in Erscheinung getreten, unter den 19 Deliktarten finden sich u.a. Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Sprengstoffgesetz. Das Logo einer schwarzen Raute mit einer weißen 20 befindet sich auch auf der im Dezember 2016 beim Label „Zeughaus“ erschienenen CD-Cover „Vom Funke bis zum Brand“, gesungen vom Frontmann der Geraer Neonazi-Band „Ostfront“. Bei ihren Aktivitäten und Konzerten kommen der Bruderschaft vor allem die langjährige Erfahrung ihrer Mitglieder und ihre hohe Vernetzung zugute, die auch in die gewaltbereite Hooliganszene reicht. So überreichten Mitglieder nach dem Tod des Erfurter Neonazi-Hooligans Matthias „Matze“ Bastian eine Spende samt Karte mit den Insignien der „Garde 20“. Gedankt wurde ihnen dafür von dem Erfurter Neonazi, Hooligan und Betreiber des ehemaligen „Flaschenöffner“ und jetzigem „Getränkekonsum“ in Erfurt-Nord, Maik Herrmann. Das Logo der „Garde 20″ wurde auch in Flyern für ein Konzert am 14. November 2015 und am 27. Februar 2016 in Kirchheim sowie für ein Treffen unter dem Motto „Skattunier“ am 6. März 2016 in Ballstädt verwendet.

Veranstaltung der Partei „Der III. Weg“ am gleichen Tag – vermutlich vor dem Konzert

Vortragsveranstaltung der Partei „Der III. Weg" ebenfalls am 4.2.2017, verbreitet vom Veranstalter des Konzertes „Rap am Kreuz"

Vortragsveranstaltung der Partei „Der III. Weg“ ebenfalls am 4.2.2017, verbreitet vom Veranstalter des Konzertes „Rap am Kreuz“

Steffen Mäder veröffentlichte Flyer für beide Veranstaltungen am 4. Februar 2017 auf Facebook

Steffen Mäder veröffentlichte Flyer für beide Veranstaltungen am 4. Februar 2017 auf Facebook

Der Konzertort für das „Rap am Kreuz“ am 4. Februar 2017 wurde zunächst geheimgehalten und auf einen Kartenvorverkauf über die Mail rapamkreuz@gmx.de verwiesen. In den sozialen Netzwerken spekulierten Neonazis bereits über den Veranstaltungsort Kirchheim, so auch auf der Facebook-Seite von „Makss Damage“. Der Organisator Steffen Mäder griff ein und belehrte einen „Kameraden“: „Langsam dürfte es doch auch den letzten bekannt sein, dass es hier keine genau Angaben geben wird… Manchmal fragt man sich echt“. Das vom Neonazi-Hipster Patrick Schröder produzierte Online-Radio und Podcast-Angebot „fsn.tv“ bewarb das Konzert in der extremen Rechten mit einer „Empfehlung für alle NS-Gangster-Rapper“. Doch der Stil des „NS-Rap’s“ stößt in der Neonazi-Szene nicht überall auf Gegenliebe, nicht wenige lehnen ihn ab oder bezeichnen ihn verächtlich als „Negermusik“. Auch die eigenen Besucher von „fsn.tv“ sind nicht alle überzeugt. Ausgerechnet ein Sympathisant und zugleich AfD-Anhänger, in dessen „Gefällt mir“ Angaben auch die beiden Facebook-Seiten von Björn Höcke aufgeführt sind, beschwert sich: „NS Gangster Rap? Ich glaub mein Schwein pfeift…“. Er kritisiert Ähnlichkeiten zu „gängigen Kanackenrappern“ und verlangt nach einer „völkischen Rap Einlage“.  Der Angeklagte im Ballstädt-Prozess Ricky Nixdorf, ein Urgestein der Thüringer Rechtsrock-Szene und selbst Sänger einer traditionellen RAC-Band („Unbeliebte Jungs“) freut sich über jede Unterstützung, aber NS-Rap „geht gar nicht!“, wie er im Vorfeld des „Rap am Kreuz“ bemängelt. Während bislang bei Konzerten in Kirchheim das Konzept des Kartenvorverkaufs fast immer funktionierte, läuft der Versuch mit dem neuen Stil eher holprig an. Da weniger Karten als erwartet verkauft wurden, verbreitete Steffen Mäder am 21. Januar 2017 neue Flyer, auf denen eine Abendkasse beworben und die vollständige Adresse der angeblichen Privatveranstaltung in Kirchheim nun offenbart wird. Gemeinsam mit dem Konzert wird inzwischen außerdem eine Saalveranstaltung der Partei „Der III. Weg“ am selben Tag beworben, Thema „Dresden ’45 – der Historikerstreit um das Elbflorenz“. Ausrichter ist der Parteistützpunkt „Ostthüringen“. Bereits im Januar 2011 trug Nico Metze (FN Jena), einen solchen Vortrag in der Kirchheimer Immobilie vor. Metze ist enger Vertrauter von mutmaßlichen NSU-Helfer Ralf Wohlleben und stand selbst im Verdacht, einen Brandanschlag zu verüben. Heute ist er stellvertretender Stützpunktleiter beim „III. Weg“ in Ostthüringen. Der Vortrag am Nachmittag könnte damit ebenfalls vor dem 19 Uhr beginnenden Konzert in Kirchheim stattfinden.

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