Thüringer Neonazis der Partei „Der III. Weg“ bei Aufmarsch in Griechenland beteiligt

Mehrere Thüringer Neonazis nahmen am 30. Januar 2016 an einer Demonstration der neonazistischen Partei „Chrysi Avgi“ (Golden Dawn) in Griechenland teil, darunter auch eine in Thüringen aktive Funktionärin von der Partei „Der III. Weg“.

Der so genannte „Imia“-Marsch im Athen gehört zu den größten Aufmärschen der extremen Rechten in Europa. Seit mehreren Jahren nehmen auch Neonazis vom „Freien Netz Süd“ teil, das inzwischen in die Partei „Der III.Weg“ aufgegangen ist. Seit dem 30. Mai 2015 gibt es einen Thüringer Stützpunkt der Partei mit dem Namen „Thüringer Wald-Ost“, der nach eigenen Angaben von einer Frau geleitet wird. Die wenigen Mitglieder sind bislang unter anderem im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, in Pößneck, in Kahla und im Raum Gera ansässig, vereinzelt bekannten sich auch regionale Führungsfiguren aus dem Weimarer Land und aus Gotha zur Partei. In diesem Jahr reiste auch eine Gruppe Thüringer Neonazis aus dem Umfeld der Partei zum „Imia“-Marsch nach Griechenland.

Im roten Kreis: Annika Wetzel, links daneben mit schwarzen Haaren Liedermacherin „Franzi“, hinten links: Tony Gentsch

Im roten Kreis: Annika Wetzel, links daneben mit schwarzen Haaren Liedermacherin „Franzi“, hinten links: Tony Gentsch

Annika Wetzel am 26. September 2015 in Plauen

Annika Wetzel im September 2015 in Plauen

Daniel Steinmüller als Ordner beim Rock für Deutschland 2012 in Gera

Daniel Steinmüller als Ordner beim Rock für Deutschland 2012 in Gera

Unter ihnen befand sich auch Annika Wetzel, Aktivistin der Partei „Der III. Weg. Wetzel kommt ursprünglich aus Rathenow in Brandenburg und bewegte sich laut der Broschüre „Fightback“ noch 2012 und 2013 auf NPD-Veranstaltungen in Westbrandenburg. Seit einiger Zeit ist sie in Ostthüringen gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Daniel Steinmüller aus Ronneburg aktiv. Steinmüller war in der Vergangenheit u.a. Aufbauhelfer und Ordner beim Neonazi-Openair „Rock für Deutschland“ in Gera und griff mehrfach Antifaschist_innen an. Als Neonazi-Hooligan im Umfeld des Fussballclubs „BSG Wismut Gera“ war er auch beim Angriff auf das linke Hausprojekt „JU.W.E.L.“ am 30. November 2013 in Gotha beteiligt.

Wetzel rechtsaußen am Rand des Transparentes am 10. Oktober 2015 in Gera

Wetzel rechtsaußen am Rand des Transparentes am 10. Oktober 2015 in Gera

Liedermacherin "Franzi"

Liedermacherin „Franzi“

Musikveranstaltung der Hammerskins am 17. Oktober 2015 in Thüringen mit Liedermacherin „Franzi“

Musikveranstaltung der Hammerskins am 17. Oktober 2015 in Thüringen mit Liedermacherin „Franzi“

Steinmüller und Wetzel trugen gemeinsam mit anderen Neonazis der Partei „Der III. Weg“ am 10. Oktober 2015 das Fronttransparent der Thügida-Demonstration in Gera mit der Aufschrift „Wir für Deutschland gegen Überfremdung“. Neben ihnen, teilweise mit Jacken und Plakaten der Partei, liefen im Oktober auch Jörg Redmann, Katrin Ramm, Nico Metze und die Liedermacherin „Franzi“, die sich ebenfalls dem „III. Weg“ zurechnet. „Franzi“ trat eine Woche später am 17. Oktober 2015 bei einem Liederabend der Hammerskins unter dem Motto „Support the nation“ in Thüringen auf. Bereits am 26. September 2015 fand eine Neonazi-Demonstration unter dem Motto „Asylflut stoppen – Ein Licht gegen Deutschenfeindlichkeit“ in Plauen statt, bei der Annika Wetzel offiziell als „Aktivistin aus Thüringen““ vorgestellt wurde und mit einer Jacke der Partei „Der III. Weg“ einen Redebeitrag am Mikrofon hielt.

Bei der Demonstration am 30. Januar 2016 in Griechenland marschierten die Thüringer Neonazis gemeinsam mit Mitgliedern der Partei „Der III.Weg“ vom Parteistützpunkt Plauen im sächsischen Vogtland, darunter auch der III.Weg-Funktionär Tony Gentsch. Insgesamt nahmen 2.000 Anhänger der griechischen Partei „Chrysi Avgi“ am Aufmarsch teil, sie zogen vom Parteibüro im Norden der Stadt zum Sitz des Verteidigungsministeriums. Wetzel und ihre Begleiter trugen dabei Fackeln.

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