Die Rechte Thüringen veranstaltet Landesparteitag am 9. Januar 2016 in Thüringen

Am 11. Juli 2015 wurde der Thüringer Landesverband der Partei „DIE RECHTE“ gegründet, der in der Öffentlichkeit vor allem durch die Neonazis Michel Fischer aus Tannroda und Bert Müller aus Cursdorf repräsentiert wird. Knapp ein halbes Jahr danach soll am 9. Januar 2016 der erste „außerordentliche Landesparteitag“ im „Großraum Mittelthüringen“ stattfinden, der aktuelle Landesvorsitzende deutet in einer Weihnachtsansprache für die Zukunft mögliche Anti-Antifa Aktivitäten an.

Landesvorsitzender Die Rechte Thüringen: Bert Müller, Fotoaufnahme-Datum: 17. November 2015 (nicht 1995)

Landesvorsitzender Die Rechte Thüringen: Bert Müller, Fotoaufnahme-Datum: 17. November 2015 (nicht 1995)

"Ja liebe Antifa (...) es wird demnächst eine neue Gemeinschaft auftreten, die wird sich ausschließlich, nur ausschließlich mit euch befassen", Bert Müller, Landesvorsitzender der Partei Die Rechte Thüringen, 19. Dezember 2015

„Ja liebe Antifa (…) es wird demnächst eine neue Gemeinschaft auftreten, die wird sich ausschließlich, nur ausschließlich mit euch befassen“, Bert Müller, Landesvorsitzender der Partei Die Rechte Thüringen, 19. Dezember 2015

Die Partei trat in Thüringen durch Flugblattaktionen und öffentliche Versammlungen in Erscheinung, im Oktober 2015 trat die Weimarer NPD-Stadträtin Yvonne Lüttich in die Partei „Die Rechte“ über. In Gotha wurde im November außerdem der Versuch unternommen die Ankunft von Bussen mit Geflüchteten an einer Unterkunft zu blockieren. Nach eigenen Angaben verfügt der Landesverband über einen Kreisverband Südthüringen, der von Bert Müller gleichfalls geleitet wird, einen Stützpunkt in Waltershausen leitet der Neonazi Daniel Schön. Außerdem gibt es noch einen Stützpunkt Suhl, geleitet von Oliver Heiliggeist und einen Stützpunkt Saalfeld. Hinter den Gruppen befinden sich bisher nur wenige aktive Personen. Am 19. Dezember 2015 veranstaltete die Partei eine Demonstration in Neuhaus am Rennweg, an der 50 Personen teilnahmen, am 20. Dezember 2015 fand eine Veranstaltung der Partei in der Gaststätte „Trockis Eck“ in Neuhaus statt. In einigen Videos auf Youtube berichtet der Landesvorsitzende Bert Müller über seine Arbeit und betreibt nach eigenen Angaben Schulungen über den „Aufbau der Antifa“.

Daniel Schön, Stützpunktleiter Waltershausen

Daniel Schön, Stützpunktleiter „Die Rechte“ Waltershausen

In einer zusätzlichen Weihnachtsansprache an „die liebe Antifa“ wies Müller kurz vor Weihnachten darauf hin, dass ihm kein USB-Stick mit Internas in die Hände gefallen sei, er  jedoch einen ganzen Ordner mit Internas über den „Scheissverein“ besitze. In dem Video, dass vor Kochtöpfen in einer Küche gedreht wurde schimpft der Thüringer Parteivorsitzende über „Badewannenstöpfel“ und kündigt an, dass es demnächst eine „neue Gemeinschaft geben“ werde, die sich ausschließlich mit Antifaschist_innen befassen werde. Sollte bald also ein neues Anti-Antifa-Projekt aus dem Boden sprießen, so dürften die Verantwortlichen im Umfeld von Bert Müller zu suchen sein.

In einem inzwischen gelöschten Clip zur Stützpunktgründung in Suhl beglückwünschte er dem Suhler Stützpunktleiter mit folgenden Worten: „Der Oliver, Oliver kommst du bitte… der Oliver wird der neue Stützpunktleiter in Suhl. Wir haben ja in Saalfeld schon einen Stützpunkt gegründet (…) mit dem Eric in Saalfeld, das hat sich als Glücksgriff rausgestellt, weil der Eric in Saalfeld macht den Stützpunkt alleine, dass ist der absolute Selbstläufer, also da brauchen wir gar nichts zu machen, der macht sein Zeug vollkommen selbstständig, wie es sein soll, also vollkommen autonom. Das hoffe ich, dass das bei dir dann auch klappt“.

Stützpunktgründung Suhl im November 2015, rechts im karrierten Hemd: Oliver Heilligeist

Stützpunktgründung Suhl im November 2015, rechts im karrierten Hemd: Oliver Heiliggeist aus Suhl

Insgesamt dürfte die Partei bisher etwa 35 bis 45 Mitglieder in Thüringen haben. Für den 1. Mai 2016 kündigte sie in Erfurt eine Demonstration an und wird dabei nach eigenen Angaben durch die „mitteldeutschen Landesverbände“ Sachsen-Anhalt, Sachsen, Berlin und Brandenburg unterstützt. Als Redner sind Alexander Kurth (Die Rechte Sachsen), Michel Fischer (Die Rechte Thüringen), Stefanie Karsten (Die Rechte Schwerin), Roman Gleißner (Die Rechte Sachsen-Anhalt) und Danny Schön (Die Rechte Mittelthüringen) sowie nicht namentlich benannte Vertreter von Die Rechte Brandenburg und Niedersachsen benannt. Die Partei nutzt für ihre Werbung zum Erfurter Aufmarsch die selbe Arbeiterfigur, welche auch die NSDAP in den 30er Jahren auf Plakaten benutzte und die in den letzten Jahren auch durch die Partei „Der III. Weg“ bei Aufmärschen zum 1. Mai verwendet wurde. Bislang wirbt Die Rechte Thüringen noch nicht öffentlich für den außerordentlichen Landesparteitag am 9. Januar, die Veranstaltung soll jedoch um 16 Uhr beginnen.

Ergänzung: Obwohl in der Neonazi-Szene ursprünglich für einen „außerordentlichen Landesparteitag“ mobilisiert wurde fand nach einer Mitteilung von Die Rechte Thüringen am 10. Januar 2016 auf Facebook am 9. Januar die Gründungsveranstaltung für einen Die Rechte Kreisverband Mittelthüringen statt, die vom Bundesorganisationsleiter Holger Niemann geführt wurde. Als Vorsitzender des Kreisverbandes wurde demnach der Landesorganisationsleiter Michel Fischer aus Tannroda gewählt, sein Stellvertreter wurde Daniel Schön, der bereits Stützpunktleiter in Waltershausen ist. Zur Schatzmeisterin sei Sandra Bräter Schatzmeisterin ernannt worden. Die Veranstaltung wurde von etwa 20 Personen besucht.

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