Spontandemonstration der Neonazis in Suhl am 20. August geplant

Nach Auseinandesetzungen zwischen Flüchtlingen in Suhl mobilisiert die Neonazi-Szene zu zwei kurzfristigen Versammlungen nach Suhl, erwartet werden mehrere Hundert Personen. In den kommenden Tagen ist mit weiteren Aktivitäten zu rechnen.

Demonstration von Tommy Frenck und „Thügida“ am Donnerstag

suhlerstaufnahmeAm Abend des 19. August kam es in der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Suhl zu Auseinandersetzungen, die seit der Nacht auch von der lokalen bis überregionalen Neonaziszene instrumentalisiert werden. Die extrem rechte Szene um Tommy Frenck hat nun eine Spontandemo für 500 Personen am 20. August angemeldet. Thema: „Erstaufnahmeeinrichtung schließen – Ausländergewalt stoppen!“. Treffpunkt ist 18 Uhr Platz der deutschen Einheit und die geplante Route: Platz der deutschen Einheit – Friedrich-König-Str. – Dr. Theodor-Neubauer-Str. – Friedrich-König-Str. – Abschlusskundgebung Platz der deutschen Einheit. Mit Beginn der Mobilisierung am Donnerstagvormittag kündigten bereits innerhalb der ersten zwei Stunden über Zweihundert Personen ihre Teilnahme für den Abend an. Parallel kursierten in sozialen Netzwerken verstärkt Gewaltaufrufe gegen die Flüchtlinge auf dem Friedberg, in denen deren Erschiessung gefordert und für eine Bewaffnung geworben wurde.

Mahnwache von „Widerstand Ost West“ am Sonnabend

Der Thüringer NPD-Landesvorsitzende Tobias Kammler rief in einer Mitteilung alle NPD-Mitglieder auf, zur Demonstration nach Suhl zu fahren. Kammler trat bereits am Montag bei einer „Thügida“-Demo in Suhl vor 250 Teilnehmern auf. Neben dem geplanten Auftaktort für die Spontandemonstration der Neonazis findet zur selben Zeit im Congress Centrum Suhl eine Veranstaltung der Thüringer AfD statt. Auf Facebook kursieren bereits Aufrufe in der extremen Rechten, sollte die Spontandemo nicht stattfinden können, die Veranstaltung der AfD ersatzweise zu besuchen. Nach Angaben der Veranstalter sei die Demonstration gegen Mittag jedoch bereits „ohne Einschränkungen genehmigt“ worden. Ein weiteres überregionales Netzwerk von Hooligans, Neonazis und Pegida-Anhängern unter dem Namen „Widerstand Ost West“ mobilisiert zu einer zweiten Versammlung für Samstag den 22. August um 18 auf den Suhler Marktplatz und kündigt an, zu einer Mahnwache mit „Vertretern aller Deutschlandteams vor Ort sein“, um „Deutschlandweite Solidarität mit den Opfern Deutscher Asylpolitik in Suhl“ zu üben. Bereits in der Nacht berichtete der Südthüringer Neonazi Tommy Frenck über die Ereignisse in Suhl und verbreitete dabei gezielte Falschmeldungen, um Ängste zu schüren. Inzwischen hat auch ein Polizeisprecher Teile der Äußerungen von Frenck dementiert. Der Dresdner Pegida-Chef Lutz Bachmann griff die Meldungen auf und verbeitete diese als seine eigenen weiter, darunter jeweils 17 Texte und Fotos sowie drei Videos, die zuvor durch Frenck veröffentlicht wurden. Bei den Auseinandesetzungen zwischen den Flüchtlingen wurden 15 Personen verletzt, unter ihnen vier Polizisten. Teile der Unterkunft wurden schwer beschädigt. Für die kommenden Tage und Wochen ist mit verstärkten Aktivitäten der Neonazi-Szene in Suhl zu rechnen.

Auszüge der aktuellen Gewaltaufrufe

(übernommen von @Johannes Grunert)

(übernommen von @Johannes Grunert)

Advertisements