Am Todestag von Rudolf Hess: „GIDA-Dachverband“ kündigt an, „ein Fanal“ in Eisenberg zusetzen

Kürzlich hatten wir über das Sommerfest der „Freundeskreise Udo Voigt“ in Guthmannshausen berichtet. Wie jetzt bekannt wurde, war neben den genannten Rednern auch ein Vertreter der Partei „Der III. Weg“ und der ehemalige Leipziger LEGIDA-Anmelder Silvio Rößler anwesend. Rößler gehört inzwischen der Gruppe „Widerstand-Ost-West“ an, die am 20. Juni 2015 in Frankfurt am Main mit rund 200 Neonazis aufmarschierte. In Konkurrenz zum Dresdner „Pegida“-Original von Lutz Bachmann hat Rößler zusammen mit anderen Mitte Juni 2015 den „GIDA-Dachverband“ gegründet. Für den 17. August wirbt die neue Gruppierung nun für eine Aktion in Thüringen.

Legida-Anmelder Silvio Rößler mobilisiert für Eisenberg

Silvio Rößler beim Sommerfest der "Freundeskreise Udo Voigt" in Guthmannshausen am 18. Juli 2015

Silvio Rößler beim Sommerfest der „Freundeskreise Udo Voigt“ in Guthmannshausen am 18. Juli 2015

Rößler auf der Bühne von "Widerstand Ost West" am 20. Juni vor 200 Neonazis und Hooligans

Rößler auf der Bühne von „Widerstand Ost West“ am 20. Juni vor 200 Neonazis und Hooligans

Bei dem Sommerfest in Guthmannshausen kündigte Silivo Rößler in seinem Redebeitrag einen Aufmarsch in Eisenberg an, wo die Zentrale Erstaufnahme Einrichtung für mehrere Hundert Flüchtlinge im Freistaat Thüringen ansässig ist. Mit den Worten „Wir holen uns dieses Land zurück, beginnen werden wir in Eisenberg“ warb Rößler für den 17. August 2015, dem Todestag von Hitlers Stellvertreter, Rudolf Hess. Man wolle ein „Fanal setzen für Deutschland“. Bereits am 20. April 2015, dem Geburtstag von Adolf Hitler, marschierte „Thügida“ in Eisenberg mit 250 bis 300 Personen. Zwei Wochen zuvor wurden drei Asylsuchende in Eisenberg mit einem Schlagstock angegriffen. Rößler führte aus, dass die erneute Aktion in Eisenberg stattfinde, weil die Stadt „ein sehr symbolträchtiger Ort werden (wird) für unsere gesamte Bewegung, für unser Deutschland“. Er forderte die Gäste um die NPD-Ikone Udo Voigt auf:“Holt uns wieder an die Macht, die uns gehört“.

Rößler in Guthmannshausen hinter Transparent der "Europäischen Aktion Thüringen", 5.v.r.

Rößler in Guthmannshausen hinter Transparent der „Europäischen Aktion Thüringen“, 5.v.r.

Wie inventati.org berichtet, war Rößler zeitweise in der Fußballszene aktiv und bereits im Jahr 2002 Ziel von Ermittlungen im Zusammenhang mit Organisierter Kriminalität. Der Verdacht damals: Schleusung und Menschenhandel. Konkret sei Rösler vorgeworfen worden, „gewerbsmäßig Frauen aus der Dominikanischen Republik nach Deutschland einzuschleusen, um diese der Prostitution zuzuführen.“ Demnach habe Rösler möglicherweise profitiert vom Verstoß gegen das Aufenthaltsgesetz und der Ausbeutung von MigrantInnen. Zu seinem virtuellen Freundeskreis gehören auch Neonazis aus Thüringen, darunter Thomas Gerlach aus dem Altenburger Land.

Volksverhetzung bei Thügida-Aufmarsch am 20. April

"Thügida"-Demonstration in Eisenberg am 20. April 2015

„Thügida“-Demonstration in Eisenberg am 20. April 2015

Bei der Demonstration zum Hitlergeburtstag am 20. April in Eisenberg, kam es bereits zu Reden, die in Teilen auch den Straftatbestand der Volksverhetzung und die Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener erfüllen dürften. So äußerte der bekannte Holocaustleugner Christian Bärthel in seinem Redebeitrag wörtlich: „Scheinbar scheint diese hirnlosen Gestalten von der Gegenseite nichts anderes einzufallen als tief in die Mottenkiste der Lüge zu greifen um zur Lüge zu greifen, zu diffamieren, zu spalten. Aber das deutsche Volk fällt nicht mehr auf diese Lügen herein und lässt sich auch nicht mehr spalten. Der skurrilste Punkt der Berichterstattung war, ich hätte in Anlehnung an die Inschrift eines KZ gesagt ‚Wahrheit macht frei‘. Erstens mal steht dort nicht ‚Wahrheit mach frei‘ sondern ‚Arbeit macht frei‘ und mein Zitat ‚Die Wahrheit wird euch frei machen‘ war ein Zitat von Jesu Christi, ihr seht nicht mal das kann die linke Gegenseite unterscheiden. Aber sie sind therapierbar. Die Methoden der Therapie möchte ich nicht hier öffentlich sagen. Aber wenn man weiß, dass auch 70 Jahre nach Kriegsende noch Überlebende von Arbeitslagern da sind, dann kann ich sagen, Arbeit hat noch niemandem geschadet.

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