Michel Fischer & Angreifer auf Weimarer Polizeichef organisieren Neonazi-Konzert in Kirchheim

Am 7. Februar veranstaltet der Neonazi Michel Fischer nicht nur einen extrem rechten Aufmarsch in Weimar sondern auch ein „Aftershow-Konzert“ am Abend in Kirchheim. Die Einnahmen und den Kartenverkauf des Konzertes verwaltet ausgerechnet ein Berliner Neonazi, der im letzten Jahr beim Aufmarsch in Weimar den Einsatzleiter der Polizei attackierte und deswegen festgenommen wurde.

Tim Wendt im Februar 2014: Einsatzleiter der Polizei in Weimar verletzt, im Februar 2015 organisiert er ein Neonazi-Konzert im Anschluss an den Aufmarsch

Tim Wendt im Februar 2014: Einsatzleiter der Polizei in Weimar verletzt, im Februar 2015 organisiert er ein Neonazi-Konzert im Anschluss an den Aufmarsch

Bisher trat Michel Fischer vor allem durch inflationäre Demonstrationsanmeldungen in Erscheinungen, mit denen er es vor zwei Jahren soweit auf die Spitze trieb, dass die Mehrheit der Thüringer Neonazi-Gruppen im April 2013 erklärten, sie „lehnen fortan jedwede Zusammenarbeit mit Michel Fischer ab (…) Keine Zusammenarbeit mit Spaltern und Provokateuren!“, darunter die Thüringer NPD und etliche Kameradschaften. Im letzten Jahr hatte sich das Verhältnis wieder etwas entspannt und auch die Erfurter NPD, welche die Erklärung unterzeichnet hatte, arbeitete wieder eng mit ihm zusammen.

Für Samstag organisiert Michel Fischer wie in den Vorjahren erneut den Neonazi-„Trauermarsch“ in Weimar. Am Abend plant er außerdem ein Rechtsrock-Konzert mit den Bands „Kommando 192“, „Treueorden“, „Exzess“ und den Thüringer Gruppen „Unbeliebte Jungs“ aus Sonneberg und „12 Years“ aus Apolda. Das Konzert wird in der Neonazi-Szene als „Soli-konzert“ beworben und suggeriert auch mit dem Logo der „Gefangenenhilfe“ auf dem Flyer, dass die Einnahmen inhaftierten Neonazis zu Gute kommen würden. Tatsächlich liegen uns jedoch glaubhafte Hinweise vor, dass die Einnahmen gar nicht vordergründig Szene-Promis im Knast, wie Horst Mahler oder Ralf Wohlleben erreichen sollen, sondern zwei Privatpersonen der rechten Szene, die sich auf freiem Fuß befinden. Einer davon: Michel Fischer selbst, der durch selbstverschuldete Gerichtsverfahren allerhand Prozesskosten generiert hat und diese nicht aus eigener Kraft aufbringen kann. So erwartet ihn bereits nächste Woche am 12. Februar ein erneutes Verfahren am Landgericht Erfurt, weil er „heldenhaft“ mit seinem Vater gemeinsam ein 13-jähriges Kind in Tannroda verprügelt hat. Dazu wurde Fischer bereits am 10. Juli 2014 vom Amtsgericht Weimar wegen Körperverletzung zu 8 Monaten Freiheitsstrafe auf 3 Jahre Bewährung verurteilt (wir haben hier berichtet). Der cholerische Fischer hat Angst davor, die Bewährungsdauer nicht durchzustehen und selbst hinter Gittern zu landen, weswegen er nun die Berufungsverhandlung anstrebt.

    Links am Rand in schwarz-grüner Jacke: Tim Wendt, rechts am Rand mit Tunnel im Ohr: Michel Fischer (Foto geklaut von Sören Kohlhuber)

Links am Rand in schwarz-grüner Jacke: Tim Wendt, rechts am Rand mit Tunnel im Ohr: Michel Fischer (Foto geklaut von Sören Kohlhuber)

Das Konzert wird über einen Kartenvorverkauf organisiert und findet in der berüchtigten „Erlebnisscheune“ in Kirchheim statt. Wie üblich ist von den Behörden die Kapazität in dem Gebäude auf 250 Personen beschränkt worden, es kann davon ausgegangen werden, dass diese Grenze völlig ausgeschöpft wird. Als offizielle Veranstalter treten Michel Fischer und der Neonazi Alexander Scholl auf. Im Hintergrund zieht jedoch maßgeblich Tim Wendt aus Schöneiche bei Berlin die Strippen. Er ist stark in die Organisation eingebunden, verwaltet auch den Kartenvorverkauf und die Finanzierung der Veranstaltung. Nach uns vorliegenden Informationen wird das Geld für das neonazistische Konzert mittels Kartenvorverkauf auf dem Privatkonto von Tim Wendt mit der Endnummer …….271 bei der Berliner Sparkasse gesammelt. Die Teilnehmer des Konzertes stammen aus mehreren Bundesländern. Auch Wendt hat ein Eigeninteresse an einem hohen Gewinn, schließlich wird auch gegen ihn wegen einer Körperverletzung ermittelt. Am 8. Februar 2014 griff er während des von Michel Fischer organisierten „Trauermarschs“ durch Weimar den Einsatzleiter und Weimarer Polizeichef an, der dadurch mehrere Prellungen und eine Verletzung am Finger erlitt. Zuvor hatte der Beamte ihn aufgefordert, seine Vermummung abzulegen. Bereits 2012 war Wendt in Berlin angeklagt, weil er mit anderen Neonazis im Juni 2011 versucht haben soll, vor der Berliner Neonazikneipe „Zum Henker“ sechs Zivilpolizisten und ihre Fahrzeuge anzugreifen. Erst als diese ihre Dienstwaffen zogen, hätten Wendt und die anderen den Angriff beendet. Die Übergriff der damals teils vermummten Täter konnte nicht hinreichend bewiesen werden, weswegen Wendt dafür nicht verurteilt wurde. Im Internet kursieren mittlerweile entsprechende Flyer, die das Konzert von Fischer und Wendt in Kirchheim bewerben.

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