Thüringer Neonazis in Berlin vor Gericht

Vor dem Amtsgericht Tiergarten in Berlin müssen sich jetzt fünf Neonazis wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten, unter ihnen befinden sich auch zwei Thüringer. Es ist der erste Prozess gegen insgesamt zwölf Neonazis wegen eines gewalttätigen Angriffs in Berlin im Mai 2011. Dem voran gegangen waren Blockaden eines in Berlin-Kreuzberg geplanten Neonazi-Aufmarschs unter dem Motto „Wahrheit macht frei“. Die Neonazis verletzten mehrere Personen auf einem U-Bahn Bahnhof und auf der Straße, wobei vier Gegendemonstranten besonders massiv angegangen wurden, weil sie in der Unterzahl waren und sich in ihrer sitzenden Position schlecht wehren konnten. Zu den Angreifern gehörten auch Marcel Thomas und Patrick Voigt, deren gemeinsame WG in Ilmenau zwei Monate später ebenso von der Polizei durchsucht wurde wie das Haus von Voigts Eltern im nahe gelegenen Wolfsberg. Schon früh hat der heute 24-jährige Voigt in Ilmenau Neonazi-Propaganda verteilt und auch beim Angriff auf die Besucher einer Ausstellung im Erfurter Kunsthaus war er vor zwei Jahren beteiligt. Weil das Gericht ihn als Haupttäter ansah, erhielt der Bauhelfer als einziger der Angeklagten keine Bewährungsstrafe, sondern wurde zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt. Das Berliner Gericht hat für die aktuelle Verhandlung bislang zwei Termine am 10.11. und 17.11.2014 angesetzt.

Patrick Voigt prügelt auf Gegendemonstrant_innen am Boden ein

Patrick Voigt prügelt auf Gegendemonstrant_innen ein, die auf der Straße sitzen

Marcel Thomas bei der Attacke

Marcel Thomas bei der Attacke

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