Thüringer Neonazis zu Gast in Sachsen

Derzeit besteht vor allem in Erfurt der Versuch, die JN-Strukturen wieder zu reorganisieren. Dabei erhalten die Thüringer Neonazis um Daniel Madalschek vor allem Unterstützung aus Sachsen. Dort waren sie nun auch in Döbeln zu Gast.

Anne Kathrin Schmidt (links, schwarzes Shirt) und Daniel Madalschek (rechts, gelbes Shirt), Bild: Sören Kohlhuber (Flickr).

Anne Kathrin Schmidt (links, schwarzes Shirt) und Daniel Madalschek (rechts, gelbes Shirt), Bild: Sören Kohlhuber (Flickr).

Am 4. Oktober zogen rund 230 Neonazis durchs sächsische Döbeln. Organisiert wurde der Aufmarsch von JN-Strukturen (Junge Nationaldemokraten) aus Sachsen. Auch mehrere Thüringer Neonazis nahmen an dem Aufmarsch teil. Die Teilnahme der braunen Kameraden aus Thüringen zeigt die gerade neu aufflammenden Verbindungen zwischen Thüringen und Sachsen über JN-Strukturen. Bereits bei der JN-Demonstration am 20. September in Erfurt konnte man die Verbindungen deutlich sehen. So war als Redner der NPD-Funktionär Alexander Kurth aus Leipzig nach Erfurt gekommen. Kurth ist besonders in den letzten Monaten kein seltener Gast in Thüringen. Egal ob als Gast von Udo Voigts Lesereise in der Kammwegklause in Erfurt (Januar 2014), oder Mit-Organisator und Anmelder des Trauermarsches in Weimar (Februar 2014), Kurth ist überall mit dabei. Bereits am 27. September war dann in Erfurt die nächste Sächsisch-Thüringische Zusammenarbeit zu bestaunen. Beim JN-Fußballturnier waren zahlreiche Sachsen nach Erfurt gereist und stellten rund um Paul Rzehaczek eine von vier Mannschaften. So scheint es also kaum verwunderlich, dass auch Neonazis aus Thüringen am vergangenen Samstag beim Aufmarsch in Döbeln dabei waren. Allen voran natürlich Daniel Madalschek (Erfurt), der Leiter der JN-Thüringen. Madalschek wurde in Döbeln von verschiedenen anderen Thüringer Neonazis begleitet. Dazu gehörte unter anderem Kevin Schulhauser (Ronneburg), der Leiter des pseudointellektuellen „Nationalen Bildungswerkes Ronneburg“. Aktuell ist es vor allem Schulhauser, der kräftig am Stuhl des Landesvorsitzenden

Schmidt (links mit Schild) und Kevin Schulhauser (rechts, weißes Shirt), Bild: Presseservice Rathenow (Flickr).

Schmidt (links mit Schild) und Kevin Schulhauser (rechts, weißes Shirt), Bild: Presseservice Rathenow (Flickr).

Patrick David Wieschke sägt. Schulhauser wird dabei auch von Funktionären aus Sachsen unterstützt (Scheffler, Kurth…wir berichteten). Sein Auftreten in Döbeln ist also auch kaum überraschend. Neben Madalschek und Kurth ist auch die Teilnahme von Anne Kathrin Schmidt aus Gotha interessant. Schmidt ist seit 2014 besonders aktiv in NPD-Kreisen: Egal ob im Kommunalwahlkampf thüringenweit, NPD-Infostand beim „Eichsfeldtag“ in Leinefelde oder das JN-Fußballturnier in Erfurt, Schmidt war dabei. Die umtriebige NPD-Aktivistin verfügt außerdem über gute Kontakte zur militanten Neonaziszene in Gotha. Hier vor allem zum Neonazi Marco Zint, der aktuell maßgeblich das am 16. November statt findende „Heldengedenken“ in Friedrichroda organisiert.

In den nächsten Monaten wird sich zeigen, inwieweit die JN-Strukturen in Thüringen zu einer Neubelebung der Szene führen werden. Spannend könnten die neuen Aktivitäten auch im Hinblick auf den laufenden Putsch gegen Wieschke sein.

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