Nordhausen: Neonazi-Versandhändler posiert offen mit strafbarem Tattoo

Facebook scheint für viele Neonazis eine rechtsfreie Zone zu sein. Mit Hitlergruß oder anderen verbotenen Symbolen posieren Neonazis gern in aller Öffentlichkeit. Dabei kommen sie oft straffrei davon. Auch der Neonazi-Versandhändler Mike Fuhrmann zeigt nun das Selbstbewusstsein der Szene öffentlich.

Fuhrmann denic

Der Neonazi Mike Fuhrmann lebt zwar in Sachsen-Anhalt, ist aber Betreiber des in Nordhausen mit Postfach gelisteten „NW-Versandes“. Der Versand vertreibt verschiedene rassistische Neonazimarken. Fuhrmann selbst ist schon seit den 1990er Jahren aktiv und besonders in Sachsen-Anhalt und Thüringen gut vernetzt. Seine Kontakte reichen von der NPD über das Rockermilieu bis hin zur rechten Hooliganszene. Selbst ist Fuhrmann öffentlich kaum noch aktiv. Lediglich beim neonazistischen „Trauermarsch“ im März in Dessau hat es den Neonazi in den letzten Jahren immer wieder vor die Tür getrieben. So beispielsweise 2013 gemeinsam mit dem ehemaligen NPD-Vorsitzenden des Kreisverbandes Nordhausen, Roy Elbert. Elbert ist mittlerweile Mitglied beim militanten und kriminellen Rockerclub Gremium MC. Dass Fuhrmann zwar ruhiger, aber keineswegs weniger Neonazi ist als früher, beweist er aktuell auch öffentlich. Bei Facebook posiert er sonnend und dabei ist deutlich sein Tattoo „Meine Ehre heißt Treue“ zu lesen. Dies war einst der Wahlspruch der SS und ist in Deutschland heute strafbar, da dieser Spruch als Kennzeichen einer verfassungswidrigen Organisation gilt. Das Fuhrmann so offen bei Facebook posiert, zeigt deutlich, wie selbstbewusst die Szene sich in Thüringen teils präsentiert. Auch in der Öffentlichkeit scheint niemand an Fuhrmanns strafbarem Tattoo Anstoß genommen zu haben.

Fuhrmann Meine Ehre

 

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