Rechtsrock-Veranstaltung in Sonderhausen statt in Berga

Das eigentlich als Export geplante Neonazi-Festival „In.Bewegung – Das politische Fest der Nationalen“ wird wohl in diesem Jahr nicht im Sachsen-Anhaltinischen Berga bei Sangerhausen sondern im Thüringischen Sondershausen stattfinden. Am 9. August werden bis zu 1.000 Neonazis in Sondershausen erwartet.

Patrick Weber aus Sondershausen gehört wohl zu Thüringens umtriebigsten und geschäftstüchtigsten Neonazis. Er ist nicht nur Inhaber des extrem rechten Germania-Versandes und einiger Musikproduktionen, sondern organisiert auch Rechtsrock-Konzerte. In diesem Jahr sind es mindestens zwei große Veranstaltungen, die von Weber organisiert werden. Der für Juni geplante „Thüringentag der nationalen Jugend“ wurde kurzfristig auf den 1. November verlegt und soll nun in einem beheizten Zelt ausgerichtet werden. Als Veranstaltungsort steht nach wie vor Sömmerda in der Ankündigung. Am 9. August organisiert der werdende Vater bereits zum zweiten Mal das „In.Bewegung“. Doch dieses Jahr soll das Neonazi-Konzert nicht wie letztes Jahr in Berga (Sachsen-Anhalt) stattfinden sondern in Sondershausen (Thüringen), also in Webers Heimatstadt. So lautet seit gestern die Ankündigung der Organisatoren. Und auch für die Kameraden findet man noch beruhigende Worte: „Die Verkehrsanbindung mit der Bahn oder für PKW ist ebenfalls sehr günstig und von daher ist das Ganze nicht wirklich problematisch“, heißt es von Seiten der Neonazi-Organisatoren.

Verlegungsankündigung der Neonazi-Organisatoren

Verlegungsankündigung der Neonazi-Organisatoren

Im letzten Jahr waren zwischen 900-1.000 Neonazis zur Erstauflage der Veranstaltung gekommen. In diesem Jahr ist erneut ein für die Szene beachtliches Programm zusammengestellt wurden. Als Bands werden derzeit angekündigt: Die Lunikoff Verschwörung, Act of Violence, Heiliges Reich, Resistentia, Sachsenblut und Feindbild Deutsch. Als Redner sollen die NPD-Funktionäre Olaf Rose, Sebastian Schmidtke (übernachtet wahrscheinlich in Bad Langensalza), Patrick Schröder, Dieter Riefling und Patrick Weber selbst auftreten.

Die Ehrlichkeit der Kameraden hielt sich bei der Abstimmung stark in Grenzen

Die Ehrlichkeit der Kameraden hielt sich bei der Abstimmung stark in Grenzen

Bereits im Vorfeld hatten die Neonazis kräftig die Werbetrommel gerührt. Über Schröders Internet-Fernsehshow „FSN TV“ wurde eine Abstimmung über die beliebteste Nachwuchsband organisiert. Der Gewinner wurde dann als weiterer Musikact eingeladen. Gewonnen hatte unter dubiosen Umständen die Band „Sachsenblut“. Die geschäftstüchtigen Neonazis zeigen damit erneut, dass sie versuchen jedes Mittel einzusetzen, um mehr Besucher auf ihre Veranstaltungen zu locken. Zugute kommen dürfte das Geld Patrick Weber und vor allem der NPD-Wahlkampfkasse.

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