NPD-Wahlkampf: Beim Anfahren ausgebremst

Mit billigen Provokationen wollte die NPD in den Wahlkampf starten. Nun steht nach 2 Tagen Wahlkampf fest: Das funktioniert so nicht. Bereits am Mittwoch stellte die NPD ihren Wahlkampffilm und ihr Wahlprogramm in Kirchheim vor. Das Interesse der Presse dürfte sich jedoch stark in Grenzen gehalten haben. Besonders der Wahlkampffilm wurde auch von unserer Seite mit „großer Spannung“ erwartet. Das Warten hat sich leider nicht gelohnt. Der Film entpuppt sich als eine Aneinanderreihungen billiger NPD-Sprüche, welche suggerieren sollen, Menschen verschiedenster Lebenslagen würden NPD wählen. Nur ist jeder einzelne im Video auftretende Mensch ein NPD-Funktionär. Eine riesige Überraschung: NPD-Funktionäre wählen NPD!

Der Film zerlegt

Um das noch etwas deutlicher zu machen, haben wir uns den Film mal genau angeschaut. Gedreht wurde das Machwerk wohl in der Hauptstadt der NPD-Thüringen: in Eisenach. Dafür hatte Patrick David Wieschke wochenlang auf Facebook alle seine Freunde angehauen und händeringend nach Deppen gesucht, die sich im peinlichen NPD-Filmchen freiwillig selbst diskreditieren. Den Auftakt macht der im Rollstuhl sitzende NPD-Funktionär Ralf Friedrich aus Nordhausen. Auch er wählt NPD? Also sich selbst? Immerhin tritt Friedrich in einem der Wahlkreise in Nordhausen selbst als Landtagskandidat an. Weiter geht es dann mit der Bewegungstherapeutin Antje Vogt (geb. Ebel) aus Mihla. Vogt wurde dort vor kurzem für die NPD in den Gemeinderat gewählt. Die ältere Dame im Café ist extra aus Heiligenstadt nach Eisenach gereist. Es ist Monika Hirkow, NPD-Aktivisten aus dem Eichsfeld. Und auch auf dem Spielplatz geht es nahtlos mit NPD-Funktionärinnen weiter. Die „besorgte junge Mutter“ ist die gewählte NPD-Kommunalabgeordnete Mandy Meinhardt aus Saalfeld-Rudolstadt. Meinhardt lässt es sich nicht nehmen, ihre eigenen Töchter für den Werbefilm der NPD mit in die Machenschaften der Neonazi-Partei einzubinden. Und dann die „Polizisten“. In billigen Polizeiuniformen treten hier Wieschkes Kumpels und Kumpelinen als Polizisten auf. Aus dieser lächerlichen Szene hatte die NPD ja bereits im Vorfeld versucht, einen Skandal zu produzieren. Echt jetzt? Der tolle Handwerker ist der Dachdecker und Alt-Wieschke-Freund Danny Pfotenhauer. Pfotenhauer ist als Dachdecker bei der Breitbart GmbH. Pfotenhauer ist seit vielen Jahren in der extremen Rechten aktiv und kandidierte bereits im Mai für den Stadtrat in Eisenach. Und zum Abschluss verteilt Patrick David dann noch fleißig Handschläge. Unter anderem auch an NPD-Anhänger Ernst Haller aus Erfurt. Und um es nicht zu vergessen. Wie immer, der als „Muslim“ dargestellte Protagonist ist das Eisenacher NPD-Stadtratsmitglied Karsten Höhn. Für die nette Kameraführung können sich die Kameraden beim Sonderhäuser NPD-Funktionär Patrick Weber bedanken.

v.l.: Ralf Friedrich, Antje Vogt, Monika Hirkow, Mandy Meinhardt und Töchter, Danny Pfotenhauer und Ernst Haller

v.l.: Ralf Friedrich, Antje Vogt, Monika Hirkow, Mandy Meinhardt und Töchter, Danny Pfotenhauer und Ernst Haller

Am Landtag nur geschwitzt

Neonazis vor dem Landtag, Foto: Störungsmelder.

Neonazis vor dem Landtag, Foto geklaut beim Störungsmelder.

Und dann wollten Patrick David und seine fünf Kumpels ja am Donnerstag auch noch in den Landtag. In der letzten Parlamentssitzung wollten sie als Gäste teilnehmen, weil ab September ja auch die NPD im Landtag sitzen will. „Symbolisch“ wollten die Neonazis schon am Donnerstag in den Landtag einziehen. Doch wie sich zeigte, vermag die NPD nicht mal „symbolisch“ in den Landtag einzuziehen. Aber, man muss es deutlich sagen, die antifaschistischen Gegendemonstranten waren auch wieder gemein zum Patrick David. Er habe früher seine Mutter verprügelt, er habe mit Crystel Meth zu tun und was ihm nicht alles an den Kopf geworfen wurde. Nach einer komischen Kundgebung mit Reden von Wieschke und Heise versuchten Patrick David Wieschke, Thorsten Heise, Tobias Kammler, Hendrik Heller, Patrick Weber und Anja Neubauer aus dem Wartburgkreis in den Landtag zu gelangen. Dies wurde jedoch von Antifaschistinnen und Antifaschisten verhindert. So durften Wieschke und seine Mistreiter eine Stunde in der Hitze vor dem Landtag, geschützt von zwei Reihen Polizei, gemütlich schwitzen. Dann ging es wieder weg. Auf den Bildern wirkt Wieschke auch nicht gerade glücklich. Aber natürlich versucht die NPD auch ihr Scheitern als Erfolg zu verkaufen. Man habe dies erwartet und die anderen Parteien hätten sich blamiert, heißt es von der Neonazi-Partei. Ein mehr als unglaubwürdiger Versuch eine Niederlage doch noch irgendwie als Erfolg zu verkaufen. Ein guter Auftakt für den NPD-Wahlkampf…

Patrick David Wieschke leicht enttäuscht vor dem Landtag, Foto: Störungsmelder.

Patrick David Wieschke leicht enttäuscht vor dem Landtag, Foto geklaut beim Störungsmelder.

 

Advertisements