Die billigen Provokationen des Patrick David W.

Patrick Wieschke, Foto: antifainfoblatt.de

Patrick Wieschke, Foto: antifainfoblatt.de

Die Thüringer NPD beginnt nun langsam ihren Wahlkampf. Am kommenden Mittwoch wird die Neonazi-Partei ihr Wahlkampfkonzept der Öffentlichkeit mit einer Pressekonferenz vorstellen. Dies wird – wie so oft – in der Erlebnisscheune in Kirchheim um 10 Uhr stattfinden. Bereits jetzt lässt sich erahnen, dass die NPD-Thüringen, wie auch andere Landesverbände zuvor, mit gezielten Provokationen arbeiten wird, um Aufmerksamkeit zu erhaschen. Aufmerksamkeit, die ihr sonst kaum zukommen würde. Die ersten billigen Provokationsversuche wurden bereits gestartet. So will die NPD am kommenden Donnerstag „bereits symbolisch in den Thüringer Landtag einziehen“. Nach einer Kundgebung vor dem Landtag wird eine Handvoll Neonazis – wenn dies nicht verhindert wird – auf der Tribüne des Landtages teilnehmen. Ja, und? Unschön ist das allemal, aber diese Provokationstrategie wirkt eben nur, wenn darauf – öffentlich – reagiert wird. Ähnlich gelagert ist eine weitere Aktion vom Landesvorsitzenden Patrick David W. Seit Wochen suchte die NPD händeringend nach Statisten für ihren Wahlkampffilm und musste vor allem wegen Absagen immer wieder neue Aufrufe starten. Gesucht wurde auch eine junge Frau, die in eine „Polizeiuniform“ passt. Normalerweise würde nun kein Hahn nach dem filmischen Machwerk der NPD krähen – das weiß wohl auch der Patrick David W. Kündigt man nun aber an, dass sich im „Film“ auch „Polizisten“ äußern werden, ist der Versuch einen Vorab-Skandal zu produzieren, eingeleitet. Und schnell wird dann noch die belanglose Keule der vermeintlich fehlenden „Meinungsfreiheit“ mit einer völlig inhaltsleeren Pressemitteilung hinterhergeschoben, um sich erneut als Opfer zu stilisieren. Wer sich nun in dem „Film“ äußert, wird sich zeigen. Wer nun die Rolle des Polizisten bzw. der Polizistin genau spielt, erwarten wir voller Spannung am Mittwoch. Für die Strategie der NPD ist dies egal, hat eine Provokation – wie beim Film stattgefunden – spielt es hinterher kaum eine Rolle, ob ein „echter Polizist“ im Film zu Wort kommt oder nicht. Schon zur Stadtratswahl 2014 in Eisenach hatte Wieschke einen dümmlich anti-islamischen Film veröffentlicht, der an Idiotie und Hetze kaum zu übertreffen war. Nur eine Frage bleibt tatsächlich offen: Warum spielt Karsten Höhn eigentlich immer den „gläubigen Muslim“?

Links Höhn im neuen Film für die Landtagswahl und rechts im Film für die Stadtratswahl 2014 in Eisenach

Links Höhn im neuen Film für die Landtagswahl und rechts im Film für die Stadtratswahl 2014 in Eisenach

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