Die „Deutsche Burschenschaft“ und der Thüringer Geheimdienst

burschenErst jüngst berichtete die „taz“, dass Sachsens heutiger Geheimdienst-Chef und ehemalige V-Mann-Führer des Nazi-Verbechers Carsten Szczepanski („Piatto“), Gordian Meyer-Plath, Mitglied und „Alter Herr“ der Burschenschaft „Marchia Bonn“ sei (http://www.taz.de/NULL/!140267/). Seine Verbindung war bis Ende 2011 Mitglied des rechten Dachverbandes „Deutsche Burschenschaft“ (DB). Auch in Thüringen gab es direkte Verbindungen zwischen dem „Landesamt für Verfassungsschutz“ (TLfV) und dem rechten Akademikerbund“, wenn auch eine Nummer kleiner.

In der offiziellen Verbandszeitschrift der DB, den „Burschenschaftlichen Blättern“ (Nr. 3/2003) schrieb der Mitarbeiter des Thüringer Geheimdienstes Dr. Bernd Jeschonnek einen Artikel über den aus Eisenach stammenden und von der deutschen Rechten verehrten Weltkriegs-Lyriker Walther Flex. In den Mitgliedsbünden der DB finden sich eine Reihe von Mitgliedern und Funktionäen der NPD und weiteren extrem rechten Strukturen. Veranstaltungen mit Referenten aus der Neonazi-Szene oder der extremen Rechten finden regelmäßig in den Häusern von DB-Verbindungen statt, ebenso wie sich Personen aus der extremen Rechten als Autoren in den „Burschenschaftlichen Blättern“ wiederfinden. Auch die Programmatik der DB ist völkisch und revisionistisch. In der öffentlichen Sitzung des sogenannten „Trinkaus-Untersuchungsausschuss“ bestätigte der als Zeuge gehörte Geheimdienstler Jeschonnek seine Autorenschaft in der Zeitschrift der DB. Der Historiker arbeitete von 2002 bis 2007 als Mitarbeiter in der Presse- und Öffentlichkeitsabteilung des TLfV und referierte mehrfach öffentlich über „Extremismus“ und die Arbeit des Geheimdienstes. Er sei, so sagte er im Untersuchungsausschuss, auch für die Erstellung des „Verfassungsschutzberichtes“ zuständig gewesen. Rassistische Tendenzen in der DB oder Überschneidungen des Bundes in die Neonazi-Szene wurden dort in der Vergangenheit jedoch nicht aufgeführt. Der Landesregierung sei die Autorenschaft von Jeschonnek in den „Burschenschaftlichen Blättern“ nicht bekannt gewesen, teilte sie auf ein Anfrage der Linkspartei hin mit (Drucksache 5/7126 vom 11.02.2014). In diesem Zusammengang erklärte die Landesregierung erneut sie sehe keine „verfassungsfeindlichen Bestrebungen“ in der DB.

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