„Runengymnastik“ und „Volkstanz“: Treffen der „Artgemeinschaft“ 19. bis 22. Juni in Nordthüringen

Vom 19. bis 22. Juni 2014 findet erneut ein Treffen („Sommersonnenwende“) der völkischen und neonazistischen Organisation „Die Artgemeinschaft Germanische Glaubensgemeinschaft wesensgemäßer Lebensgestaltung e.V.“ statt. In einer internen Einladung, die „Thueringen Rechtsaussen“ vorliegt, heißt es, die Veranstaltung finde „am bekannten Ort“ im Harz statt. Seit dem Jahr 2000 trifft sich die Organisation regelmäßig und meist mehrfach im Jahr im „Ausflugs- und Ferienhotel Hufhaus“ nahe Ilfeld in Nordthüringen. Dort hat die „Artgemeinschaft“ einen sicheren und idealen Treffpunkt gefunden,  völlig ungestört von antifaschistischem Protest und von außen kaum
einsehbar mitten im Wald. Bungalows, Hotel und Grillplatz bieten ausreichend Unterkünfte und Platz für die Aktivitäten des Vereins. In der Regel kamen in der Vergangenheit 100 bis 150 Personen zu den Veranstaltungen.

hufhaus

Teil des Hufhauses in lfeld. Foto: Wikipedia

Die „Sommersonenwende“ sei „das höchste Fest der Menschen unserer Art“, heißt es in der Einladung zu dem Treffen. Neben „Volkstanz“, „Runengymnastik“ und „germanischem Sechskampf“ werden auch ein „Gemeinschaftsabend um den Metkessel“, ein Vortrag, die Aufnahme „neuer Gefährten“ und der „Thing der Artgemeinschaft“ geboten. Ausdrücklich weisen die Organisatoren darauf hin, dass die Veranstaltung „nicht öffentlich“ sei und der Ort des Treffens neuen TeilnehmerInnen erst kurz vor Beginn bekannt gemacht werde. Wer „erstmals kommt“ müsse mitteilen, „durch wen er empfohlen wurde“. Wer uneingeladen erscheint, müsse mit „Ausschluss“ rechnen, heißt es in der Einladung.

Die bereits 1952 gegründete und 1957 als Verein eingetragene „Artgemeinschaft“ ist eine der ältesten und eine der wichtigsten Hintergrundstruktur der völkischen Nazi-Szene – obwohl dem elitären Verein nur wenige Mitglieder angehören. Der Thüringer Geheimdienst geht aktuell von etwa 100 Personen bundesweit und etwa 10 in Thüringen aus. Das Programm der „Artgemeinschaft“ basiert auf einem strikt völkischen und biologistischen Weltbild. Ein eigenes „Sittengesetz“ und „Artbekenntnis“ sind Grundlage der Organisation. Die als „eigene Art“ beschriebene Vorstellung des Menschen entspricht dabei den „Rasse“-Vorstellungen des Nationalsozialismus. Die „Artgemeinschaft“ versteht sich als „Kampfbund“ und fungiert als Durchlauferhitzer und Ideologie-Produzent der völkischen Nazi-Szene. Unabhängig von tagespolitischen Fragen werden hier am „Metkessel“ Netzwerke und Bekanntschaften geknüpft, NS-Ideologie tradiert und rechte Kader politisch geschult und gefestigt.

Verantwortlich für die Einladung zu der Veranstaltung im Juni 2014 ist Axel Schunkaus Stockstadt am Main (Bayern), der derzeit auch Vorsitzender des Vereins ist. Schatzmeisterin ist Ute Rennicke aus Schillingsfürst (Bayern), erster stellvertretender Vorsitzender ist Dr. Bernd Burger aus Roddan-Legde/Quitzöbel (Brandenburg) und zweite stellvertretende Vorsitzende ist Rita Büskens aus Tönisvorst (Nordrheinwestfalen). Registriert ist der Verein beim Amtsgericht Berlin (VR Nr. 2706).

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