Erste Wahlanalyse: NPD verankert sich in Thüringen weiter

Ergebnis Eisenach

Ergebnis Eisenach

Die Wahlen am vergangenen Sonntag waren auch für die extreme Rechte in Deutschland und besonders die NPD von großer Bedeutung. Priorität hatte für die Neonazi-Partei die Wahl zum Europaparlament. Bereits jetzt steht fest, dass die NPD mit mindestens einem Mandat in das Parlament einziehen wird. Das wird der Partei auf die nächsten Jahre zehntausende Euro in die klammen Kassen spülen und eine weitere Lern- und Ausbildungsstätte für ihre Nachwuchskader schaffen. Doch nicht nur die Europawahlen waren für die Partei zentral. In Thüringen waren die Kommunalwahlen ein erster Anhaltspunkt für die anstehenden Landtagswahlen im September. Vorweg kann man sagen: Die NPD hat sich nahezu überall gesteigert, sich weiter verankert und somit ein deutliches Zeichen für die Landtagswahlen gelegt. Dabei zeigen sich in Thüringen bestimmte NPD-Hochburgen, die vor allem auch dort zu finden sind, wo NPD-Funktionäre aktiv sind. Da die überwiegende Mehrheit der Wahllokale schon ausgezählt ist, ergibt sich für Thüringen bereits eine gute Übersicht. Blickt man allein auf die Ergebnisse der NPD in den 16 Kreisen (inklusive „Bündnis Zukunft Hildburghausen“), in denen die Partei angetreten ist, zeigt sich, dass die Partei in fast allen Kreisen teils deutliche Zugewinne zu verzeichnen hat. Die Hochburgen sind dabei über ganz Thüringen verteilt. Im Norden Thüringens ist es vor allem der Kyffhäuserkreis, der sich zur NPD-Hochburg entwickelt hat. Hier ist es vor allem der NPD-Funktionär Patrick Weber, der mit seinem Neonazi-Versand und Rechtsrockgeschäften aktiv ist. Im mittelthüringischen Sömmerda konnte die Partei aus dem Stand 5 % erreichen und ist somit ebenfalls recht stark vertreten. In Westthüringen liegen die Kreise und Städte mit den besten Ergebnissen der NPD. Die absolute Hochburg ist Eisenach, wo die Partei 7,7 % erreichen konnte. Hier ist vor allem der vorbestrafte und umtriebige Patrick David Wieschke aktiv. Aber auch im Eisenach umgebenden Wartburkreis konnte die Partei mit 5,9 % nochmal zulegen. Dort leben die beiden NPD-Funktionäre Hendrik Heller (Bad Salzungen) und Tobias Kammler (Urnshausen). In Südthüringen konnte die NPD vor allem in Saalfeld-Rudolstadt mit 5,6 % eines ihrer besten Ergebnisse einfahren. Im Osten des Landes ist es vor allem Greiz, wo die NPD ihr Ergebnis steigern konnte. Die 4,4% (+0,6) sind jedoch gemessen an der Situation in Greiz und der nach außen stark auftretenden Szene rund um David Köckert kein überraschendes und auch kein überragendes Ergebnis.

Eine detaillierte Analyse folgt die nächsten Tage…

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