Der neonazistische „Eichsfeldtag“ 2014

Am 17. Mai 2014 fand in Leinefelde bereits zum vierten Mal der neonazistische „Eichsfeldtag“ statt. Die vom NPD-Kreisverband Eichsfeld angemeldete Veranstaltung entwickelte sich in den letzten Jahren zum dritten in Thüringen ausgerichteten Rechtsrock-Open Air. An der Organisation sind maßgeblich extrem Rechte aus Thüringen und Niedersachsen beteiligt. Hinter der Organisation steht der Neonazi Thorsten Heise, der durch seine Kontakte maßgeblich für die Gestaltung verantwortlich ist. Neben Thorsten Heise sind es vor allem Matthias Fiedler und Marco Borrmann, die an der Organisation des Neonazi-Events beteiligt sind. Neben den Hauptverantwortlichen ist mit Denis Witzenhause (Aktionsgruppe Nordhausen) vor allem ein Neonazi aus Nordhausen, der unter anderem bei der Erstellung der Online-Werbung aktiv war. So war Witzenhause sowohl für die Facebook-Seite mitverantwortlich als auch für den Twitter und den Blog, welche zum „Eichsfeldtag“ 2014 erstellt wurden. Als Redner traten auf: Udo Voigt, Wolfgang Juchem und Thorsten Heise selbst. Auch der Landesvorsitzende Patrick Wieschke war zunächst als Redner angekündigt, betrat aber die Bühne selbst nicht. Dies zeigt auch die Konfliktlinien im NPD-Landesverband Thüringen. Nach wie vor besteht zwischen Heise und Wieschke keine enge Zusammenarbeit. So hatte Wieschke auch während des Wahlkampfes im Eichsfeld kaum Einblick in die Aktionen des NPD-Kreisverbandes Eichsfeld. Auf dem „Eichsfeldtag“ spielten zahlreiche Bands und Musiker. Zur Eröffnung trat der Neonazi Frank Rennicke auf. Daneben spielten Tätervolk, Sturmwehr, Hausmannskost und Priorität 18. Anwesend war außerdem der extrem rechte Rapper Villain 051 (Patrick Killat). Wie in jedem Jahr waren außerdem zahlreiche Verkaufs- und Informationsstände vertreten. Unter anderem fanden sich in Leinefelde folgende Stände und deren Verantwortliche: NPD-Kyffhäuserkreis (Patrick Weber), Nationales Bildungswerk Ronneburg (Kevin Schulhauser), Ring Nationaler Frauen Thüringen (Monique Möller und Gabi Zellmann), Die Europäische Aktion Nordthüringen (Stützpunktleiter Alexander Lindemann), WB-Versand (Fam. Heise), „Trauermarsch Bad Nenndorf“ (Peter Hallmann), „Tag der deutschen Zukunft“ (Dieter Riefling), „Aktionsbündnis gegen das Vergessen“ (Maik Müller) und die Gefangenenhilfe. Nach dem Neonazi-Open Air fand in Kirchheim bei Erfurt noch ein Konzert der Szene statt, dass als „Aftershow-Konzert“ angekündigt war. Rund 200 Neonazis reisten nach Kirchheim. Teils gab es zwischen dem Publikum und den Bands in Leinefelde und in Kirchheim erhebliche Überschneidungen. Hinweise deuten daraufhin, dass die Einnahmen des Konzertes an den in München inhaftierten mutmaßlichen NSU-Helfer Ralf Wohlleben oder die Neonazi-Schläger von Ballstädt abfliessen sollen.

Advertisements